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„erzähl mir von Liebe“

Die Ausstellung „erzähl mir von Liebe“ zeigt in vier künstlerischen Positionen im weitesten Sinne einen Ausschnitt unterschiedlichster Erscheinungsformen von Liebe.

Mit Inge H. Schmidt (Berlin) begegnen wir einer Malerin, bei der Liebe nicht nur ein Bekenntnis für vitale Kraft von Eros und Sinnlichkeit ist. Das Thema Liebe ist ein üppig bestelltes Feld, ein unerschöpfliches Paradies, eine Himmelsmacht, voller Verletzungen und Trauer. Oder ist Liebe eher die unwirtschaftliche Selbstverschwendung an Menschen oder Dinge? Die eine Antwort gibt es nicht. In der Liebe ist die ganze Welt verborgen, so wie ein Einzelner sich in ihr gleichermaßen geborgen wie verloren fühlen kann. Liebe ist ein Rausch, auch ein Farbenrausch, von erhaben bis tiefschmerzhaft.
Und nicht selten empfindet man Liebe als Abwesenheit von Etwas, wie in den Bildern von Reinhard Stangl (Berlin). Auch beiläufig kommt die Liebe bei ihm daher, ist Inspiration, braucht keine Beweise. Sie ist wie selbstverständlich da, erregend, hoffend bis zuletzt und einsam. Ob dramatischer Verlust oder der Horror des Verlassenseins, Liebe streift alles, was zwischen Geburt und Tod passiert.
Im langen Leben von Werner Schinko (Röbel) geht es künstlerisch auch um die Liebe. Verliebt sein und Erfüllung sehen wir in seinen Arbeiten, Eifersucht und Zurückweisung.
Die Plastiken von Hans Scheib (Berlin) tragen ihre Liebe im Bauch, im Resonanzraum der Emotionen in jeder Bewegung des sich Hin- oder Abwendens. Sie sind mit sich unterwegs und gehen spannungsvolle Beziehungen zu den sie umgebenen Gemälden und Grafiken ein.

Paula Holunder, Kuratorin