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Alfred Partikel – Malerei und Arbeiten auf Papier im Kunstkaten Ahrenshoop 24.01. - 16.03.2010 Eröffnung am Sonntag, dem 24. Januar um 11 Uhr Die erste Ausstellung des neuen Jahres im Kunstkaten Ahrenshoop widmet sich dem Lebenswerk des Malers Alfred Partikel (1888-1945). Mehr als zwei Jahrzehnte – von 1921 bis 1945 – lebte und arbeite-te Alfred Partikel jeden Sommer in Ahrenshoop: Kein anderer Maler der klassischen Moderne war wie er in dem Fischer- und Künstlerdorf an der Ostsee zu Hause. Aus Ostpreußen stammend, war Partikel im Jahrzehnt vor dem 1. Weltkrieg über Königsberg, Mün-chen und Weimar nach Berlin gekommen und hatte sich als junger Maler im Umkreis der Berliner Sezession etabliert. Als Überlebender des Krieges ließ er sich wie viele seiner Altersgenossen von der Aufbruchstimmung des Novembers 1918 mitreißen. Er unterzeichnete das utopische Manifest des „Arbeitsrates für Kunst“ und schloss Bekanntschaft mit Künstlern der „Brücke“, der „Novembergruppe“ und des frühen Bauhauses. Sein Werk durchlief eine kurze, aber äußerst reizvolle kubo-expressionistische Phase. Seine unverwechselbar eigene Thematik und Bildsprache fand Partikel indessen in der Begegnung mit Ahrenshoop, seiner Landschaft und seinen Menschen. Durch die Heirat mit Dorothea Körte 1921, deren Eltern hier ein Sommerhaus besaßen, lernte der Maler den Ort kennen und lieben. 1925 bauten Partikels ihr eigenes Haus in der Dorfstraße 32. Durch die Ehe trat Partikel in verwandtschaftliche Beziehung zu dem Maler Martin Körte, dem Onkel Dorotheas, damals Professor an der Berliner Kunstakademie und ebenfalls in Ahrenshoop ansässig. Verwandter wurde zudem der Bauhausmeister Gerhard Marcks aus dem Berliner Freundeskreis Partikels, denn die Ehefrauen beider Künstler waren Cousinen. Die Freundschaft zwischen Marcks und Partikel bewährte sich bis ans Lebensende des Malers und darüber hinaus, besonders während des Nationalsozialismus, als der Bildhauer nach sei-ner Entlassung aus dem Lehramt an der Burg Giebichenstein Zuflucht in Niehagen suchte. In den 1920er Jahren avancierte Alfred Partikel zu einem der angesehensten Berliner Maler seiner Generation, war auch international an wichtigen Ausstellungen beteiligt und wurde 1929 als Professor für Landschaftsmalerei nach Königsberg berufen. Den Nationalsozialismus überlebte er weitgehend unbehelligt in der „inneren Emigration“. Als er 1937 mit Gerhard Marcks als Mitglied in die Preußische Akademie der Künste berufen wurde, waren beide Künstler zugleich in der berüchtigten Münchener Ausstellung „Entartete Kunst“ vertreten: Die Berufung wurde daraufhin ausgesetzt. Im Februar 1945 flüchtete der Maler mit dem Fahrrad aus Königsberg nach Ahrenshoop. Dort ver-schwand er im Oktober desselben Jahres auf mysteriöse Weise beim Pilzesammeln. Die Umstände seines Todes wurden nie geklärt. So erinnert anstelle eines Grabes heute der von Gerhard Marcks für den Freund entworfene Gedenkstein vor dem früheren Haus der Familie, als Kopie seit 1996 vor dem Kunstkaten. Während Marcks nach dem 2. Weltkrieg vielfach verdiente Ehrungen erfuhr und sein Werk gebührend bekannt ist, geriet Alfred Partikels Schaffen weitgehend in Vergessenheit. Nachdem 1996 eine Ausstellung im Dünenhaus an den Maler erinnert hatte, stellt nun der Kunstkaten sein Werk vor. Begleitend zur Ausstellung erscheint – herausgegeben von der Stiftung Kunstmuseum Ahrens-hoop im MCM Art Verlag Berlin - die reich bebilderte Monografie „Alfred Partikel – Die „gebrochene Fiktion der Idylle“ mit einem Text von Katrin Arrieta. Öffnungszeiten: Di – So 10-13 und 14-16 Uhr |