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Jürgen Eisenacher – apokalypsie Nö
Malerei, Zeichnung, Skulptur
Bis zum 22. Oktober zu sehen
CIRCUS EINS, Putbus

Jürgen Eisenacher, Father and Son, 2017, Ölkreide auf Papier, 86 x 61 cm Jürgen Eisenacher, Ohne Titel, 2017
Jürgen Eisenacher, Ohne Titel (schwarze Maske), Ölkreide auf Papier, 24 cm x 31,5 cm, 2017
Jürgen Eisenacher, Regenwurm in misslicher Lage,  Öl auf Holz, 160 cm x 170cm, 2016
Jürgen Eisenacher, Regenwurm II, Öl auf Holz, 120 cm x 170cm, 2016
Jürgen Eisenacher, Father and Son, 2017, Ölkreide auf Papier, 86 x 61 cm   

Die Ausstellung im CIRCUS EINS stellt das Werk des in Berlin lebenden Künstlers umfassend vor. Gezeigt werden rund 30 Arbeiten, darunter Malerei und Zeichnung. Erstmals sind wieder Skulpturen entstanden, die zu „apokalypsie Nö“ exklusiv vorgestellt werden.

Riesige Regenwürmer aalen sich im Schlamm, Augenskulpturen nehmen den Raum in den Blick und ein Stinkmorchel feiert einsam sich selbst. Die Bilder von Jürgen Eisenacher zeigen eine groteske Welt voller Abgründe. Doch etwas irritiert – denn stets sind die Motive mit Empathie dargestellt. Sie sind uns zugleich fremd und sehr nah. Jürgen Eisenachers Bilder stellen sich dem, was peinlich, böse oder politisch inkorrekt ist und geben grotesken Erfahrungen eine Form. Damit wir hinschauen nutzt er dazu eine Bildsprache, die das Schöne in jedem Wesen offenbart, dabei jedoch auch das Hässliche in Betracht zieht. Darum sind seine Bilder zutiefst humanistisch.

Der absichtlich falsch geschriebene Titel der Ausstellung „apokalypsie Nö“ spielt mit der Angst vor dem Weltuntergang und stellt sich diesem zugleich mit Trotz entgegen. Verlieren wir unsere Ängste, wenn wir sie anschauen? Werden sie weniger gefährlich, wenn wir sie ins Bild bannen?
Im Wort „Apokalypse“ steckt der Schleier, der fortgezogen wird, sie meint die Offenbarung Gottes. Hier zieht Jürgen Eisenacher den Schleier fort und zeigt uns, dass auch die verdrängten Welten Teil des Lebens sein können. Metaphern des Weltuntergangs bestimmen auch heute noch die politischen Diskurse. Diese arbeiten meist mit einer Sprache der Gewalt, sind im Kern ohne Liebe und dem Tode zugewandt. Jürgen Eisenacher entwirft eine Alternative, die eher lauten könnte: „Liebt Eure Monster“.

Jürgen Eisenacher (*1964) hat an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main Kunstgeschichte und Klassische Archäologie und später an der Gerrit Rietveld Akademie Amsterdam Malerei studiert.

Einzelausstellungen (Auswahl): 2016 Open Studios, Ateliers Borgerstraat, Rotterdam [NL] (mit Maarten Jansen), 2014 Menschen Tiere Sensationen, Galerie Strümpfe, Mannheim, 2012 Tabu, Susanne Burmester Galerie, Bergen auf Rügen, Malerei & Zeichnung, Susanne Burmester Galerie Berlin (mit Ulrike Mundt), 2011 Paradise Now, Staatsgalerie Prenzlauer Berg, Berlin, Malerei & Zeichnung, Galerie Gilla Lörcher, Berlin, 2010 Gespenster, Susanne Burmester Galerie, Bergen auf Rügen.

Die Ausstellung zeigt bis zum 22. Oktober 2017 neue Malerei, Zeichnungen und erstmals Skulpturen des Künstlers.

Ausstellung: 3.9. –22.10.2017

CIRCUS EINS
Circus 1, 18581 Putbus
Täglich 11-17 Uhr


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